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Die Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek Heidel­berg an der Ecke Plöck/Grabengasse ist die zen­trale Biblio­thek der Ruprecht-Karls-Uni­ver­si­tät. Das beein­dru­ckende Gebäude aus dem Anfang des 20. Jahr­hun­dert besticht mit seiner roten Sand­stein­fas­sade, die dem Stil des Hei­del­ber­ger Schlos­ses nach­emp­fun­den wurde. Weiter lassen sich außen wie innen zahl­rei­che Ele­mente und Details aus der Zeit des Jugend­stils finden. Seit seiner Errich­tung vor rund 100 Jahren ist der Bau immer wieder an seine Kapa­zi­täts­gren­zen gesto­ßen und wurde dadurch mehr­fach erwei­tert. Ver­wal­tete die Biblio­thek zu Beginn des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts ca. 600.000 Bände und 50.000 Aus­lei­hen, so lagerte das Archiv 2004 über 7 Mio. Bücher zuzüg­lich wei­tere Medien, wie Mikro­filme, Videos, CDs etc. und betreute über 1,4 Mio. Aus­lei­hen. Heute gibt es neben dem Haupt­ar­chiv noch eine Zweig­stelle im Neu­en­hei­mer Feld wie auch ein Tief­ma­ga­zin unter dem Innen­hof der Neuen Uni­ver­si­tät.

https://www.youtube.com/watch?v=k0wSUTYlC04

Große Berühmt­heit erlangte die Biblio­thek im 16. Jahr­hun­dert, als Kur­fürst Otthein­rich ver­schie­dene Bücher­samm­lun­gen zur Biblio­theca Pala­tina zusam­men­führte. Durch wei­tere Käufe, Schen­kun­gen und Erb­schaf­ten wuchs die Biblio­thek zum “bedeu­tends­ten Bücher­schatz des gelehr­ten Deutsch­lands”. Aller­dings nahte das Ende der Samm­lung im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg. 1622 eroberte die katho­li­sche Liga unter Gene­ral Tilly die Stadt Heidel­berg. In dessen Folge wurde fast die gesamte Bücher­samm­lung kon­fis­ziert und nach Rom in den Vati­kan abtrans­por­tiert. Nur wenige Bücher und Hand­schrif­ten aus der Biblio­theca Pala­tina sind den Hei­del­ber­gern erhal­ten geblie­ben. Das berühm­teste Exem­plar ist die Man­es­si­sche Lie­der­hand­schrift, eine umfang­rei­che, deut­sche Lie­der­hand­schrift. Sie befand sich wohl nicht unter den abtrans­por­tier­ten Büchern und wurde ver­mut­lich vom “Win­ter­kö­nig” Fried­rich V. mit ins Exil genom­men. Ver­mut­lich ver­kaufte seine Witwe aus finan­zi­el­ler Not das Buch an einen Händ­ler, der wie­derum ver­machte seine Samm­lung nach seinem Tod dem König von Frank­reich. 1888 kam dann durch die Ver­mitt­lung eines Straß­bur­ger Buch­händ­lers das kost­bare Stück nach Heidel­berg zurück. Heute kann man in den Muse­ums­räu­men der Uni­ver­si­täts­bi­blio­thek u.a. Fak­si­mi­lia ver­schie­dens­ter his­to­ri­sche Bücher und Schrif­ten betrach­ten. Wech­selnde Aus­stel­lun­gen runden das Ange­bot ab.