Sehenswürdigkeiten in Heidelberg
Wieder führten politische Verstrickungen zu großem Unheil. 1671 verheiratete der Kurfürst Karl I. Ludwig seine Tochter Liselotte von der Pfalz, mit Philipp von Orléans, einem Bruder des Sonnenkönigs, Ludwig XIV. Dieser meldete 1685 Erbansprüche an, als Kurfürst Karl II., der zwischenzeitlich in Heidelberg an der Macht war, kinderlos verstarb. Der Pfälzische Erbfolgekrieg brach aus und zwei Mal besetzten französiche Truppen Heidelberg und das Schloss. Während bei den Zerstörungen am 6. März 1689 das eine oder andere Haus sowie Teile des Schlosses noch verschont wurden, machten die französischen Soldaten im 13. Juni 1693 ganze Arbeit. 27000 Pfund Pulver brachten Türme, und Befestigungsmauern bei der Aktion "Heidelberg Delta" zum Einstürzen.
Von den Zerstörungen im Erbfolgekrieg hat sich das Heidelberger Schloss nie ganz erholt. Mannheim war inzwischen zur kurfürstlichen Residenzstadt ernannt worden und der Kurfürst Carl Theodor führte von dort aus seine Amtsgeschäfte. 1764 wurden dann endgültig alle Pläne für einen Wiederaufbau zunichte gemacht. Ein Blitzeinschlag verursachte einen Brand und richtete weiteren, erheblichen Schaden an. Vom einstigen Schloss blieb eine sich selbst überlassene Ruine übrig, allenfalls noch als Lieferant für hochwertiges Baumaterial genutzt.
Weltberühmt wurde die Schlossruine durch die zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufkommende Romantik. Nach der Neugründung der Universität 1803 erlebte Heidelberg eine zweite Blütezeit und zog Studenten und junge Künstler aus ganz Deutschland an. Sie beschrieben das zerstörte Schloss als Sinnbild deutscher Geschichte und verewigten den Bau in ihren Gemälden, romantischen Geschichten oder Versen. Die bekanntesten Namen aus der Zeit sind Carl Philipp Fohr, Karl Rottmann und Ernst Fries, Achim von Arnim, Clemens Brentano, Friedrich Hölderlin und Joseph von Eichendorff. Selbst Johann Wolfgang von Goethe schwärmte in seinen Tagebüchern, Aufzeichnungen und Skizzen von der Ruine, der Stadt und der Landschaft.
Ausgerechnet ein Franzose, der emigrierte Graf Charles de Gaimberg (1774 - 1864), wurde zum Retter der Schlossruine. Er war der Erste, der sich um die Erhaltung der Ruine bemühte. Gaimberg dokumentierte das Schloss in zahlreichen Detailzeichnungen und seine Kunstsammlung bildete später die Basis des Kurpfälzischen Museums.
Im Heidelberger Schlosseskeller steht das größte Weinfass seiner Zeit. Das 1750 von Kurfürst Karl Theodor in Auftrag gegebene Fass hat ein Fassungsvermögen von rund 221.000 Liter und kann noch heute besichtigt werden.